| Deutsche Sprache und Aufsatzlehre | 5 Stunden |
| Geographie und Geschichte | 3 Stunden |
| Naturgeschichte | 2 Stunden |
| Naturlehre | 2 Stunden |
| Arithmetik | 2 Stunden |
| Geometrie | 1 Stunde |
| Freihandzeichnen | 2 Stunden |
| Schreiben | 1 Stunde |
| Gesang | 1 Stunde |
| Turnen | 1 Stunde |
| Weibliche Handarbeiten | 6 Stunden |
| Französische Sprache („unobligat“) | 3 Stunden |
Zum Unterricht stellt die Schulchronik fest: „Der ganze Lehrplan ist
so eingerichtet worden, daß die Schülerinnen vor Überbürdung
mit Lehrgegenständen bewahrt bleiben, und daß ihnen Muse gelassen
wird, sich auch mit häuslichen Arbeiten zu beschäftigen.“
Da die Schule der Englischen Fräulein stark überfüllt
war, wurde die Errichtung einer dreiklassigen Mädchenschule beschlossen,
die mit der Bürgerschule vereinigt werden sollte, damit Krems eine
vollständige achtklassige Mädchen-Bürgerschule erhalten
sollte. Die ersten Lehrerinnen dieser neuen Schule waren Josefine Ott,
Mathilde Hoffmeister und Luise v. Schewitz.
Um die sehr hohen Schulversäumnisse, vor allem im Winter, etwas einzuschränken, wurde in dieser Jahreszeit der Unterricht von 9 - 11 und von 1 - 4 Uhr gehalten, im Sommer von 8 - 11 und von 2 - 4 Uhr. Mittwoch und Samstag wurde kein Nachmittagsunterricht gehalten.
Der Chronist zeigt sich mit den erbrachten Schulleistungen sehr zufrieden
und vermerkt:
„ ... Es zeigte sich dabei ein unverkennbarer stetiger Fortschritt
der Schülerinnen, sowohl auf ihre Leistungen in den einzelnen Unterrichtsgegenständen
als auch auf ihr sittliches Verhalten. Es wäre ungerecht, wollte ich
hierbei nicht erwähnen, daß der Lehrkörper ... keine Mühe
und Anstrengung scheute, um das Gedeihen der Schule zu fördern und
günstige Unterrichts-Resultate zu erzielen. Mehrere Mitglieder des
Lehrkörpers unterzogen sich der Mühe, selbst an freien Tagen
Unterricht in solchen Lehrgegenständen zu erteilen, welche entweder
den jugendlichen Geist besonders anregen, oder speziell der weiblichen
Jugend angemessen sind, und für welche die ordentliche Unterrichtszeit
etwas karg bemessen ist.“ Trotz dieser sehr positiven Feststellungen wird
berichtet, daß von den 182 Schülerinnen der Schule, die in den
vier Klassen unterrichtet wurden, 49 das Lehrziel nicht erreicht hätten.
(Schulschluß war damals am 31. Juli, das nächste Schuljahr begann
wieder am 1. Oktober)
Mit Beginn des Schuljahres 1872/73 wurden auch eine 4. und 5. Klasse errichtet, sodaß die Schule nun sieben Klassen mit 211 Schülerinnen umfaßte; die achte sollte im nächsten Schuljahr eröffnet werden. Zu Weihnachten veranstalteten die Lehrerinnen eine Weihnachtsbescherung für arme Kinder, die durch Spenden ermöglicht wurde, und in deren Rahmen 66 arme Mädchen Kleidungsstücke und Eßwaren erhielten. Mit Ende des Schuljahres verabschiedete sich der Leiter Professor Eberle von der Schule, sein Nachfolger wurde Johann Pfeiler, Direktor der Bürgerschule in Ybbs.
Ein großes Problem stellte die Ausstattung mit Lehrmitteln dar. Die zur Anschaffung nötigen Summen wurden neben den offiziellen, vom Bezirksschulrat zur Verfügung gestellten Mitteln vor allem durch Spenden aus den Kreisen der Kremser Bürgerschaft aufgebracht, ebenso auch die Kosten für Bücher, Schreibmaterial u.ä. für arme Schülerinnen (deren Zahl sehr hoch war). Eine große Hilfe bei dieser Aufgabe war der Unterstützungsverein der Bürgerschule, dem auch einige Lehrerinnen der Schule angehörten.
Die Zahl der Schülerinnen stieg ständig an, so besuchten am Ende des Schuljahres 1874/75 bereits 356 Kinder die Bürgerschule. Der Schulbesuch dürfte aber nicht sehr regelmäßig gewesen sein, denn 72 Schülerinnen wurden zum Aufsteigen für nicht reif erklärt, 12 konnten wegen „nachlässigen Schulbesuches“ überhaupt nicht beurteilt werden.
Im Jänner 1877 kam Johann Rößler als Katechet an die Schule. (Er blieb bis 1882, wurde dann nach St. Pölten versetzt und schließlich zum Bischof von St. Pölten geweiht.)
Die Lehrmittel wurden (neben den jährlichen Zuteilungen des Bezirksschulrates)
noch immer vornehmlich durch Spenden finanziert. Besonders großzügig
erwies sich Herr Georg Moser, der im Jahre 1880 die stattliche Summe von
500 Gulden für die Schule spendete.
1883 wurde die achtklassige Bürgerschule in eine fünfklassige
Volksschule und eine dreiklassige Bürgerschule geteilt, die aber unter
einer gemeinsamen Leitung verblieben. In die 1. Volksschulkasse traten
71 Mädchen ein, die auch alle in einer Klasse unterrichtet wurden;
die zweite Klasse hatte sogar 73 Schülerinnen.
Im Schuljahr 1884/85 begann der Unterricht erstmals am 1. September
(vorher am 17.; Schulschluß war am 15. Juli). Eine interessante Eintragung
knapp vor Schlußschluß:
„Am 27. Juni 1885 kam Herr Schul-Inspektor Karl Wegzwalda an die Anstalt
und inspizierte dieselbe durch 8 Tage“. Es muß sich um eine sehr
ausführliche und gründliche Inspektion gehandelt haben. Inspektionen
in gleichem Umfang erfolgten übrigens auch in den nächsten Jahren.
Am 2. Dezember 1887 mußten die ersten drei Klassen der Volksschule wegen einer Masernepidemie geschlossen werden (bis 14. Jänner 1888).
Mit 1. Oktober 1889 wurde vom Volksbildungsverein Krems ein Fortbildungskurs für Mädchen, die der Schulpflicht bereits entwachsen waren, ins Leben gerufen. Leiter war Bürgerschuldirektor Pfeiler. 23 ehemalige Schülerinnen der Schule nahmen im ersten Jahr an diesem Kurs teil. (Der Kurs bestand bis 1893; dann meldeten sich wegen der Eröffnung der „Privat Lehrerinnen - Bildungsanstalt der englischen Fräulein“ nur mehr drei Teilnehmerinnen.
Der Kremser Bürgermeister Dr. Ferdinand Dinstl hatte während
seiner Amtszeit die ihm zustehenden Funktionsgebühren nicht bezogen.
Auch nach seinem Tod wurde das Geld nicht behoben, und die Familie bestimmte,
daß damit eine Stiftung gegründet werden sollte, „aus deren
Interessen 2 der armen bravsten Schüler der 5. Knaben-Volksschulklasse
und 2 der bravsten armen Mädchen der 5. Mädchen-Volksschulkasse
beteilt werden.“ 1892 erhielten zwei Mädchen der Schule aus dieser
Stiftung 30 bzw. 20 Gulden in Silber.
Die Schülerzahl stieg vor allem in der Volksschule ständig
an, und so besuchten die 4. Klasse bereits 80 Mädchen. Für diese
große Zahl reichte keines der vorhandenen Klassenzimmer, und so wurde
vorläufig für ein Jahr die Führung einer „Parallelabteilung“
genehmigt und dafür eine „Unterlehrerin“ bestellt.
Das Schuljahr 1894/95 begann mit einem für die Schule sehr unangenehmen
Ereignis. Der Direktor und der Lehrer Johann Kaufmann waren als Zeugen
im Prozeß gegen den an der Schule tätigen Hans Hütter geladen.
Hütter wurde im September 1894 wegen „des Verbrechens der Schändung
und Verführung zur Unzucht, begangen an Schulmädchen“ zu 18 Monaten
schweren Kerkers verurteilt.
Im Jänner 1896 erkrankte der Lehrer Ludwig Seif „durch unvorsichtigen
Genuß von Laugen-Essenz“ und wurde bis zum Ende des Schuljahres beurlaubt.
Den Unterricht hielt an seiner Stelle eine Lehramtskandidatin. Dieses Schuljahr
war das letzte im alten Schulgebäude in der Althangasse.
In den Ferien wurde der an der Schule tätige Lehrer Johann Kaufmann zum Direktor der neu errichteten Knaben-Bürgerschule ernannt.
Die Schule wurde aber dennoch rechtzeitig fertig. Am 17 Juli 1896 übersiedelte die „Mädchen-Volks- und Bürgerschule“ in das Gebäude am Hafnerplatz, welches am 13. September feierlich eingeweiht und eröffnet wurde. Mittlerweile war die Zahl der Schülerinnen auf 543 angestiegen.
Von 6. Februar bis 16. Juli 1897 wurde Ernst Bogler wegen einer schweren Erkrankung des Schulleiters mit der Leitung betraut. Im Februar 1898 wurde Direktor Pfeiler neuerlich krankheitshalber beurlaubt und starb im März an Krebs. Direktor Pfeiler war seit September 1873 an der Schule tätig gewesen. Mit der Leitung wurde Ludwig Seif betraut.
Sofort nach dem Tod des Direktors wurde die Stelle ausgeschrieben, und
am 25. Mai 1898 wurde vom Bezirksschulrat der Spitzer Oberlehrer Johann
Wandl als neuer Direktor „dem hohen Landesschulrat präsentiert“. Wandl
ging jedoch sofort nach seiner Ernennung einen Diensttausch mit dem Direktor
der Knabenschule Johann Kaufmann ein, sodaß dieser am 1. Juli den
Dienst als Direktor seiner alten Schule antrat. (Johann Wandl wurde allerdings
schon im April 1899 zum neuen Bezirksschulinspektor ernannt.)
Am 17. und 19. September 1898 nahmen Lehrer und Schülerinnen an
den Feierlichkeiten zum Gedenken an die in Genf ermordete Kaiserin Elisabeth
teil. Der Unterricht wurde am 20. September wieder aufgenommen. Am 2. Dezember
fand eine Feier zum fünfzigjährigen Regierungsjubiläum des
Kaisers statt. Jede Schülerin erhielt eine Festschrift „Unser Kaiser“
und die Festnummer der „Volksbildungsblätter“.
Nach Weihnachten wurde die Suppenanstalt wieder eröffnet, nachdem die Kremser Sparkasse 50 Gulden für diesen Zweck gespendet hatte. An den Wochentagen außer Mittwoch und Samstag erhielten 16 sehr arme Schülerinnen täglich je eine Schale Suppe und ein Stück Brot.
Im September 1899 trat Ernst Bogler, der seit 1871 an der Schule tätig war, im Alter von 70 (!) Jahren in den Ruhestand. Mit Beginn des Schuljahres 1899/1900 wurde eine 6. Volksschulklasse eingeführt, die jene Schülerinnen aufnehmen sollte, die „wegen ihres fortgeschrittenen Alters oder aus anderen Gründen in die Bürgerschule nicht recht passen, weil nicht zu erwarten ist, daß sie diese Schule auch vollenden werden“.
Im Schuljahr 1900/1901 traten 101 Schülerinnen in die 1. Klasse der Volksschule ein. Die Klasse wurde in zwei Abteilungen geteilt, die abwechselnd in einem Raum unterrichtet wurden, da in der ganzen Schule kein Klassenzimmer frei war. Erst im Mai wurde die Wohnung der Kindergärtnerin in eine Klasse umgewandelt, die beiden Räume des Kindergartens sollten ab dem nächsten Schuljahr als Klassen zur Verfügung stehen. Der Kindergarten wurde in den sogenannten Kaiserhof verlegt.
Am 15. Dezember 1899 wurde die Unterlehrerin Berta Illenberger tot in ihrem Bett aufgefunden. Sie hatte „wegen gekränktem Ehrgefühl und getäuschten Hoffnungen“ Selbstmord begangen.
Im September 1900 traten 101 Mädchen in die Volksschule ein, so wurde die Teilung dieser Klasse, „um welche der Direktor beim Landesschulrat vergeblich angesucht hatte, zur Notwendigkeit“. (Kein Raum der Schule war groß genug, um diese Kinderzahl aufzunehmen.) Gegen Jahresende mußte die gesamte Schule wegen Masern vorübergehend geschlossen werden.
Die Zahl der Schülerinnen war im Schuljahr 1902/3 auf 657 angestiegen; die stärkste Klasse war die 5. Volksschulklasse. Da trotz aller Bemühungen die Teilung dieser Klasse vom Landesschulrat abgelehnt worden war, die Kinder aber in keinem der vorhandenen Räume untergebracht werden konnten, mußten einige Schülerinnen in die 4., andere in die 6. Klasse der Volksschule versetzt werden.
„Trotzdem zählte die 5. Klasse noch immer 80 Schülerinnen“, vermerkt der Chronist verzweifelt. Erst im Oktober kam die Genehmigung zur Teilung dieser Klasse.
Im September 1903 kam Michael Memelauer als Religionslehrer an die Schule, wurde allerdings schon bald als Domkurat nach St. Pölten versetzt. (Schließlich wurde auch er Bischof von St. Pölten)
Die Schule erfreute sich eines immer stärkeren Zulaufs, und mit Beginn des Schuljah-res 1904/05 besuchten bereits 717 Mädchen die Schule, die in insgesamt 9 Volksschul- und 3 Bürgerschulklassen unterrichtet wurden. (Würde man die heutigen Teilungsziffern zur Berechnung heranziehen, so wären dies 30 Klassen - aber das war eben die „gute, alte Zeit!“). 1907/08 war die Zahl der Schülerinnen schon auf 751 angewachsen, drei Jahre später auf 766 (Dies war die höchste Zahl von Schülerinnen, die die Schule je besuchten). Die nächsten Jahre waren gekennzeichnet von einem nur unwesentlich geringeren Schülerstand und einem sehr raschen Lehrerwechsel.
Schon in den ersten Kriegswochen zeigten sich die Auswirkungen des Weltkriegs auch in der Heimat. Während der Ferien war die Schule in ein Lazarett umgewandelt worden, sodaß mit Beginn des neuen Schuljahres Ausweichräume für den Unterricht gesucht werden mußten. Die beiden ersten Klassen wurden im Pfarrhof untergebracht, die zweiten bei den Englischen Fräulein, die vierten und fünften Klassen (mehr als 200 Schülerinnen!) im Sitzungssaal des Gemeinderates, die dritten und sechsten Klassen im Schwurgerichtssaal. Die Bürgerschulklassen wurden in den Räumen des Untergymnasiums untergebracht. Im Oktober mußte die gesamte Schule wegen Choleragefahr vorübergehend geschlossen werden.
Auch zu Beginn des Schuljahres 1915/16 konnte das Schulhaus noch nicht benützt werden, die Klassen blieben weiterhin in ihren Ausweichquartieren. Der Turnunterricht mußte so wie im Vorjahr entfallen, weil keine Turnhalle zur Verfügung stand. Direktor Johann Kaufmann wurde vom 1. Mai bis zum 1. Juli beurlaubt; die provisorische Lei-tung übernahm in dieser Zeit Ida Pichler. Direktor Kaufmann wurde allerdings auf eigenen Wunsch schon vor Ablauf des Urlaubs in den Ruhestand versetzt. Mit der Leitung der Schule wurde mit 1. Juli Rupert Holzapfel betraut.
Im September 1916 stand die Schule noch immer nicht zur Verfügung. Die ersten und dritten Klassen wurden im Kindergarten untergebracht, die zweiten in der Mädchen - Handelsschule, die vierten in der alten evangelischen Kirche, die fünften im Schwurge-richtssaal, die sechste im katholischen Vereinsheim. Die Bürgerschule fand wieder bei den Englischen Fräulein Aufnahme. Die A-Klassen und die 6. Klasse der Volksschule hatten Montag, Mittwoch und Freitag am Vormittag Unterricht, die übrigen Tage am Nachmittag, die B-Klassen umgekehrt.
Am 30. November nahm die Schule an einem Trauergottesdienst für den am 21. verstorbenen Kaiser Franz Joseph in der Pfarrkirche teil. Der 9. Dezember war zur Feier der Einnahme der rumänischen Hauptstadt Bukarest schulfrei.
Erstmals geht der Verfasser der Schulchronik auf den Krieg ein und berichtet ,,daß die Schülerinnen seit 1914 eine große Anzahl von Socken, Fäustlingen, Stutzen usw. für die Soldaten hergestellt hätten. Als Hinweis auf die immer schlechter werdende Ver-sorgungslage kann man die Feststellung betrachten, daß schon mehr als 1800 Pa-piersohlen und 1200 Papiersocken angefertigt worden seien. Im Februar 1917 mußte die Bürgerschule wegen des herrschenden Mangels an Heizstoffen vorübergehend geschlossen werden, im März wegen eines Scharlachfalles.
Die Schülerinnen arbeiteten weiterhin im Handarbeitsunterricht an Kleidungsstücken für die Soldaten und wurden auch für Sammlungen (Wollreste, Seidenreste ...) einge-setzt. Auch zur Zeichnung von Kriegsanleihen wurde an der Schule aufgerufen, doch waren die Beiträge, die die Eltern durch die Kinder leisteten, sehr gering, während die Lehrer bei der VI. Kriegsanleihe 7400 Kronen aufbrachten.
Mit Beginn des Schuljahres 1917/18 übersiedelte die gesamte Schule in die Althangasse, nur die 6. Klasse blieb im katholischen Vereinsheim. Da das Gebäude in der Althangasse noch nicht fertig zum Bezug war, konnte der Unterricht erst am 24. September beginnen. Die Volksschule hatte weiterhin Halbtagsunterricht, in der Bürger-schule wurde wieder ganztägig Unterricht gehalten. Zu Weihnachten 1917 besuchten die Schülerinnen verschiedene Spitäler in Krems und brachten den kranken und verwundeten Soldaten Lebensmittelspenden. Mit 21. Mai 1918 wurde der provisorische Leiter offiziell zum Direktor der Schule ernannt. Die VIII. Kriegsanleihe, zu der gegen Ende des Schuljahres aufgerufen wurde, brachte nur mehr ganz geringe Ergebnisse: 1300 Kronen von den Schülern, 2000 Kronen von den Lehrern.
Im Oktober 1918 mußte die Schule wegen der spanischen Grippe geschlossen wer-den; der Unterricht konnte erst am 11. November wieder aufgenommen werden.
Vom 13. bis 20 Jänner 1919 war unterrichtsfrei, da die Schule wieder in das alte Gebäude auf dem Hafnerplatz übersiedelte. Wegen Kohlenmangels mußte in der Volksschule ab Februar der Halbtagsunterricht eingeführt werden, und schließlich war man aus dem gleichen Grund gezwungen, die Schule vollständig zu schließen. Erst im März war wieder ein Unterrichtsbetrieb möglich. Erstmals wurde der 1. Mai als Feiertag begangen und war schulfrei.
Im Oktober mußte die Schule wieder wegen Kohlenmangels geschlossen
werden, erst am 17. November konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden.
Im Frühjahr 1920 wurden alle Schülerinnen im Auftrage einer amerikanischen
Hilfsaktion ärztlich untersucht.
Mit Ende des Schuljahres 1921/22 wurde das Ferdinand Dinstl-Stipendium
vom Elternverein erhöht, und zwar von 60 Kronen auf 2000 Kronen, bzw.
von 40 Kronen auf 1000 Kronen. (Durch die Inflation hatte die Unterstützung
ihren Wert praktisch verloren, für 60 Kronen bekam man 1921 z.B. etwa
einen Liter Milch.)
1922 wurde die Volksschule durch einen Erlaß des Landesschulrates in zwei selbständige Schulen geteilt, die aber unter einer gemeinsam Leitung verbleiben. Die Schule I hatte 6 Klassen, die Schule II 5 Klassen. Die Bürgerschule hatte weiterhin drei Klassen. Mit Ende des 1. Halbjahres trat Direktor Holzapfel in den Ruhestand. Zur pro-visorischen Leiterin wurde (wieder) Ida Pichler, die dienstälteste Lehrerin, ernannt. Im Stadttheater fand ein Lichtbildervortrag für die Schüler statt; der Reinerlös von rund 200.000 Kronen diente zur Einrichtung eines Haushaltungs- und Kochkurses. Zum Ende des Schuljahres wurde das Dinstl-Stipendium wieder vergeben, diesmal allerdings bereits erhöht auf 40 000 bzw. 30 000 Kronen.
Mit Wirkung vom 2. August 1923 wurde Hans Karlinger von der Knaben - Bürgerschule zum neuen Direktor ernannt und trat am 1. September seinen Dienst an. Mit Beginn des neuen Schuljahres wurde der Hauswirtschaftsunterricht an der Schule eingeführt. Das notwendige Kapital wurde durch Sammlungen aufgebracht, außerdem gewährte das „Unterrichtsamt“ (Ministerium) einen Zuschuß von 3 Millionen Kronen. Für die Schulküche wurde ein Kellerraum der Schule ausgewählt, der schon während des Krieges als Küche gedient hatte und in dem noch ein brauchbarer Herd vorhanden war. Im Winter beteiligten sich die Schulkinder an der Deutschlandhilfe und lieferten 166 Pakete für die Kinder der Stadt Torgau ab. Zahlreiche Dankschreiben aus Torgau trafen in der Schule ein.
Im Zuge der staatlichen Sparmaßnahmen wurde 1924 der Französischunterricht an der Bürgerschule mit Ende des 1. Semesters eingestellt. (Französisch war an der Schule schon seit ihrer Gründung unterrichtet worden.) Die Französischlehrerin wurde für den Handarbeitsunterricht eingesetzt.
3. Klasse 1928/29 (Katechet Marhold. FL Pockfuß, Pichler, Schalek,
Lethmayer)
Am 20. Februar fand die Eröffnungsfeier der Hauswirtschaftsschule statt, die in der Lokalpresse sehr großes Interesse erweckte. Besonders hervorgehoben wurde der Einsatz der Fachlehrerinnen König (die auch Mitglied des Gemeinderates und Angehörige des Ausschusses für amerikanische Ausspeisung war) und Seyringer für dieses Werk.
Am 9. Dezember 1925 erhielten sowohl die Knaben- als auch die Mädchenschule eine Zentralheizung. Die Übergabe fand in feierlicher Form unter Anwesenheit zahlreicher Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens statt, unter ihnen Bezirkshauptmann Dr. Vogel und Bürgermeister Baran. In diesem Zusammenhang wurde auch die Errichtung eines Schulbades angekündigt; das entsprechende Projekt sollte bereits im nächsten Frühjahr vorgelegt werden. Zur Ausführung kam es allerdings nie.
Im Oktober 1927 trat der Direktor einen längeren Krankenurlaub an, mit der Vertretung wurde wieder Ida Pichler betraut. Am 31. Jänner 1928 trat Direktor Karlinger in den dauernden Ruhestand, als Nachfolger kam am 1. August Franz Biberschick. Durch die schrittweise Umwandlung der Bürgerschule in die Hauptschule im Schuljahr 1926/27 wurde nun erstmals eine definitive Hauptschulklasse (statt der 5. Volksschulklasse) geschaffen, die in zwei Klassenzügen geführt wurde. In der Hauptschule wurde auch der Französischunterricht wieder eingeführt, der einige Zeit eingestellt werden mußte. Auch der Unterricht in Kurzschrift wurde neu eingeführt.
Im Februar 1929 mußte wegen des Kohlenmangels die Schule für fast zwei Wochen geschlossen werden; die entfallenen Stunden wurden bis Mitte April nachgeholt.
Die wirtschaftliche Situation der Zeit zeigt sich in einem Bericht über
den Ernährungs-zustand der Schülerinnen. 36% wurden als sehr
gut, 49% als gut und immerhin 15% als unterernährt bezeichnet. Zahlreiche
Mädchen wurden deshalb zur Erholung in Kin-derheilstätten oder
in Landheime geschickt. Auch der allgemeine Gesundheitszustand war eher
schlecht. Die Gemeinde Krems verteilte in diesen Jahren jährlich an
100 arme Mädchen Schuhe, auch wurden 10 Freiplätze für die
Schulküche vergeben.
Im Schuljahr 1930/31 gab es erstmals alle vier Jahrgänge der Hauptschule,
von denen die ersten drei Klassen zweizügig geführt wurden; die
Bürgerschule hatte zu bestehen aufgehört. Ein Problem war der
Turnunterricht, da die Schule über keinen eigenen Turnsaal verfügte.
Ein Teil der Klassen benützte den Turnsaal der Knabenhauptschu-le,
die übrigen mußten in verschiedene andere Räumlichkeiten
außerhalb des Schula-reals ausweichen.
Durch die Eröffnung des „Dampf-, Wannen- und Bassinbades“ der Stadt Krems konnten die Schülerinnen alle vier Wochen „zu einem Warmbad“ geführt werden. Die Schwierigkeit lag allerdings daran, daß für die ärmeren Kinder keine Badehauben vorhanden waren und sich diese Kinder auch den Eintritt nicht leisten konnten, der 35 Groschen betrug. Von Oktober 1930 bis Juli 1931 herrschte in Krems eine Scharlach- und Diphtherieepidemie, der auch zwei Schülerinnen der Schule zum Opfer fielen; Topitsch Hermine und Wegl Margarete starben an Diphtherie. Verschiedene Klassen mußten wegen der Krankheit mehrmals gesperrt werden.
Direktor Biberschick schenkte der Schule drei große, von ihm selbst gemalte Bilder, die im Stiegenhaus zum 2. Stock aufgehängt wurden. Im Jänner erhielten alle Lehrkräfte der Schule (außer den Handarbeits- und Religionslehrern) einen Ausweis, der eine Fahrpreisermäßigung von 50% bei den Bundesbahnen gewährte. Die Handar-beitslehrerinnen erhielten den Ausweis im Juni, das Ansuchen der Katecheten wurde abgewiesen.
Mit Hilfe der Erträgnisse der Ausstellung von Schülerarbeiten konnte den Mädchen der 4. Hauptschulkasse ein viertägiger Ausflug nach Bad Aussee und Hallstadt ermöglicht werden.
Mit Beginn des Schuljahres 1931/32 mußte in einigen Klassen der Halbtagsunterricht eingeführt werden, da Lehrerinnen erkrankten und kein Ersatz gestellt wurde. Ab Oktober wurden die Kinder wieder ins Hallenbad geführt, doch war die Teilnahme gering, obwohl Badehauben auf Rechnung des Ortsschulrates angekauft und 100 Freiplätze zur Verfügung gestellt wurden. Als Grund gab der Leiter an, daß die Eltern Angst vor Erkältungen der Mädchen hätten, daß andererseits viele Kinder so schlechte Wäsche trügen, daß sie sich schämten, sich vor ihren Mitschülerinnen umzuziehen. Arme Kinder wurden von der Gemeinde und vom Ortsschulrat wieder mit Schuhen, Büchern und anderen Lehrbehelfen beteilt.
Wieder trat in starkem Ausmaß Diphtherie auf, und 1932 waren wieder zwei Todesfälle zu beklagen: Die Schülerinnen Gerhold Theresia und Berger Margarete wurden Opfer der Krankheit. Zum Abschluß des Schuljahres bemerkt der Schulleiter: „Die vielen Urlaube, Erkrankungen der Lehrpersonen und die infolge der Fortdauer einer heftigen Scharlach- und Diphtherie Epidemie notwendigen Schließungen von Klassen machten das Schuljahr zu einem der schlechtesten. Nur mit aller Anstrengung konnte das Lehr-ziel in den einzelnen Klassen erreicht werden.“
Die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich weiterhin, die Steuereinnahmen gingen zurück, die öffentlichen Körperschaften gerieten in immer größere finanzielle Schwierigkeiten. Sie mußten ihre Investitionen einstellen und waren oftmals nicht mehr in der Lage, die Beamten und Angestellten zu bezahlen. Die Gehälter wurden gekürzt und oftmals in Raten ausbezahlt, außerordentliche Sparmaßnahmen sollten den Personal-aufwand verringern, was sich auch auf die Schule sehr deutlich auswirkte. Die Zahl der Kinder, die Armenbücher erhielten, wurde immer größer, der Ortsschulrat stellte seine Zuschüsse für Ausflüge ein, an denen viele Kinder aus finanziellen Gründen sowieso nicht mehr teilnehmen konnten, Anschaffungen von Lehrmitteln waren kaum mehr möglich. „Die Stadtgemeinde war infolge der Wirtschaftskrise im allgemeinen zu großer Sparsamkeit gezwungen und mußte die verfügbaren Mittel in erster Linie zur Unterstützung der vielen Bedürftigen verwenden“ vermerkt die Schulchronik.
Das Jahr 1933 brachte den Lehrern neue Gehaltskürzungen, die bei höheren Bezügen bis zu 14% betrugen, außerdem sollten 300 Klassen abgebaut und 600 Lehrer entlassen werden. Dabei war in erster Linie an verheiratete Lehrerinnen gedacht. Außerdem sollte die Lehrverpflichtung von 30 Stunden voll ausgenützt und die Dienstzeit auf 40 Jahre verlängert werden. Klassenlehrerinnen sollten Mädchenhandarbeiten ohne zusätzliche Bezahlung übernehmen. Weiters war die Anstellung von „Hilfslehrern“ geplant, die nach Wochenstunden bezahlt werden sollten; allerdings nur dann, wenn sie mindestens 20 Wochenstunden unterrichteten. Außerdem sollten unbezahlte „Probelehrer“ eingestellt werden, die auf diese Art die zur Ablegung der Lehrbefähigungsprüfung notwendigen zwei Unterrichtsjahre erreichen sollten.
Am 1. März 1933 übernahm Ferdinand Höbarth, früher Hauptschullehrer an der Knabenschule, die Leitung der Mädchenhauptschule. Durch zahlreiche Erkrankungen war so wie in den Vorjahren immer wieder die Schließung einzelner Klassen notwendig geworden.
Die politische Auseinandersetzungen in Österreich wurden immer erbitterter, die wirtschaftliche Not brachte den Nationalsozialisten immer stärkeren Zulauf (bei den Ge-meinderatswahlen 1932 erreichte die NSDAP 12 Mandate), die Demokratie schien vielen Menschen unfähig, die Probleme des Landes zu lösen. „In der Geschichte Österreichs hat ein neuer Zeitabschnit begonnen!“ So kommentierte der Chronist durchaus zustimmend die Ausschaltung des Parlaments, das Verbot des Republikanischen Schutzbundes, die Abschaffung der Demokratie und die Errichtung eines autoritären Staates durch Bundeskanzler Dollfuß im Jahre 1933.
Im Sommer 1933 starteten die Nationalsozialisten eine neue Welle von Terrorakten. Am 19. Juni wurden in eine Kolonne der christlich-deutschen Turner, die als Hilfspolizisten von einer Schießübung zurückkehrten, Handgranaten geworfen. Der Anschlag forderte einen Toten und 30 Verletzte. Am gleichen Tag wurde die NSDAP in Österreich verboten.
Zu Beginn des neuen Schuljahres am 14. September 1933 traten neue Sparmaßnah-men in Kraft. Die fünf ersten und zweiten Kremser Volksschulklassen wurden zu jeweils drei Klassen zusammengezogen, von denen je eine am Hafnerplatz verblieb. Die Schule hatte nun nur mehr 6 Volksschulklassen (die stärkste davon mit 59 Schülerinnen, ebenso wie die 4. Hauptschulkasse). Die schlechte wirtschaftliche Lage zeigte sich auch daran, daß mehr als die Hälfte der Volksschülerinnen und fast 60% der Hauptschülerinnen Armenbücher kostenlos oder gegen eine geringe Leihgebühr erhielten. Die Stadt Krems führte auch wieder eine Schülerausspeisung durch, bei der arme Kinder in der städtischen Küche gegen einen kleinen Beitrag ein warmes Essen erhielten. Da der Ortsschulrat zu den Schulausflügen wie schon in den letzten Jahren keinen Beitrag mehr leistete, fanden in den meisten Klassen keine mehr statt. Wie im vergangenen Jahr wurde auch 1933/34 wieder ein Hauswirtschaftskurs für arbeitslose Mädchen, die der Schulpflicht entwachsen waren, abgehalten, der von der Stadtge-meinde mit einem Beitrag von S 500.- unterstützt wurde.
Besonders stark wirkten sich die Sparmaßnahmen des Staates auf den Lehrerstand der Schule aus. Drei Lehrerinnen traten mit 1. August auf Grund des Lehrerabbaugesetzes „freiwillig“ in den Ruhestand, drei weitere wurden am 1. 9. vom „amtswegigen Abbau“ betroffen. Die freigewordenen Volksschulstellen wurden nicht nachbesetzt, sondern durch Stundenauffüllungen (höhere Lehrverpflichtung der im Dienst stehen-den Lehrer) und Klassenzusammenlegung eingespart. Schließlich wurde mit 1.1.1934 noch eine weitere Lehrerin „amtswegig“ pensioniert. Ihre Klasse wurde von den übrigen Lehrkräften mitgeführt.
So wie in den vergangenen Jahren wurden die Kinder vom Schularzt untersucht,
und wieder war das Ergebnis nicht ermutigend. „Immer noch läßt
die Pflege der Schulkinder in vielen Fällen zu wünschen übrig
und tritt Ungeziefer in einzelnen Klassen auf. Die Ursache dürfte
in der allgemeinen Verschlechterung der Wirtschaftslage und der Arbeitslosigkeit
zu suchen sein. ... Der Ernährungszustand der Kinder ist gegenüber
dem Vorjahr fehlerhafter geworden, ist also durchschnittlich unternormal“,
vermerkt die Schulchronik. Ende April mußten die Untersuchungen eingestellt
werden, da der vor-gesehene Kostenrahmen durch notwendige Behandlungen
bereits weit überschritten war. 31 Kinder der Schule nahmen an einer
Erholungsaktion der „Vaterländischen Front“ teil.
Im März 1934 wurden die vier dritten Hauptschulkassen in Krems
auf drei zusammengezogen. In der Mädchenschule entstand eine gemischte
Klasse; 18 Knaben wurden zugeteilt. Mit 1. 8. wurde Martha Prokopp auf
„eigenes Ansuchen“ pensioniert.
Im Schuljahr 1934/35 wurden neuerlich Klassen zusammengezogen. An der Schule wurde eine 1. und 3. Klasse für Mädchen und Knaben eingerichtet, die Schule hatte nun 5 Volksschul - und 7 Hauptschulkassen. An der Volksschule wurde wieder eine Lehrerin „eingespart“, ihre Stunden mußten von den übrigen Lehrerinnen übernommen werden, deren Lehrverpflichtung nun 30 Wochenstunden betrug. Die Zahl der Schülerinnen an der Hauptschule ging zurück, da sich viele Eltern aus den umliegenden Orten den jährlichen Schulerhaltungsbeitrag von 20 Schilling nicht mehr leisten konnten.
An der Hauptschule wurde Henriette König pensioniert, neu an die Schule kam Henriette Füxsel. Da sowohl an der Volks- als auch an der Hauptschule je eine Lehrkraft weniger war als Klassen, wurden Wilfriede Kern und Heinz Hofmann der Schule zur aushilfsweisen Unterrichtserteilung zugewiesen.
Der Gesundheits- und Ernährungszustand der Kinder war weiterhin schlecht, zum Teil schlechter als im Vorjahr, da die Stadt Krems auf Grund ihrer schlechten wirtschaftlichen Lage keine schulärztliche Behandlung mehr bezahlte und die Eltern sich einen Arztbesuch kaum leisten konnten.
Am 3. Oktober 1934 fand ein Trauergottesdienst für den von den Nationalsozialisten ermordeten Bundeskanzler Dollfuß statt. (Der Chronist nennt ihn den „Wiedergründer Österreichs“; eine Meinung, die ein großer Teil der Bevölkerung sicher nicht unbedingt geteilt hätte.)
Um die Jugend „wieder zu selbstbewußten Österreichern zu erziehen und ihr die Be-deutung der Deutschen Österreichs, deren große Anteilnahme an der Rettung und Entwicklung der Kultur des Abendlandes u. Bedeutung für das Gesamtdeutschtum nahe zu bringen“ wurde die sogenannte „vaterländische Gedenkstunde“ eingeführt, in der Geschichtsunterricht und politische Erziehung (aus der offiziellen Sicht des Staa-tes) dargeboten wurde.
Der „Hebung der Heimatliebe und der österreichischen Gesinnung“
sollte auch das Preisausschreiben „Heimaterde wunderhold“ dienen. Helene
Endl (4. Klasse Haupt-schule) gewann einen Landespreis; Herta Walter und
Margarete Precechtel erhielten Bezirkspreise.
Im Schuljahr 1935/36 wurde wieder eine Lehrkraft an der Volksschule
eingespart, der Unterricht wurde den übrigen Lehrerinnen zugewiesen
oder auf verschiedene „Hilfsleh-rer“ verteilt. Der Hilfslehrer Robert Moser
wurde zur Unterrichtserteilung mit wenigen Stunden zugewiesen. Paula Wind
kam als neue Handarbeitslehrerin (statt Ludmilla Schalek) und übernahm
auch den Unterricht in der französischen Sprache. Der Fortbildungskurs
für arbeitslose Schulabgängerinnen wurde wieder angeboten, kam
aber nicht zustande, da sich zu wenig Mädchen gemeldet hatte. „Es
ist kein gutes Zeugnis über die Arbeitswilligkeit und das Bildungsbedürfnis
der Jugend auch der armen Volksschichten, daß sie eine solche Möglichkeit
ungenützt vorbeigehen läßt“ stellt die Chronik fest. (In
Wirklichkeit dürfte es eher die Aussichtslosigkeit gewesen sein, trotz
dieses Kurses einen Posten zu finden, die die Mädchen vom Besuch abhielt.)
Mit 1. Jänner 1936 wurde Benedikt Lethmayer zur Direktor der Hauptschule
Kirchberg ernannt. Ersatz wurde für ihn keiner gestellt, den Unterricht
erteilten die Probelehrerinnen Maria Choholka und Maria Preiß ohne
Bezahlung. Der Chronist beklagt die Häufigkeit der Erkrankungen im
Lehrkörper; auch Probelehrerinnen waren davon betroffen, die sich
Arzt - und Spitalskosten selbst bezahlen mußten. (Diese jungen Leute
wurden für zwei Jahre eingestellt und dann in der Regel wieder entlassen.
Bezahlung gab es für ihre Arbeit nicht.)
Eine ganze Reihe von Schulfeiern wurde abgehalten, darunter das „Wachauer
Früh-lingsfest“, das nach den Worten des Chronisten „ähnlich
wie die Salzburger Festspiele zu einer ständigen Gepflogenheit werden
und eine Propaganda für die Wachau“ sein soll. Die Sonnwendfeier wurde
von der Vaterländischen Front allein abgehalten. Dazu stellte der
Leiter fest, daß die Lehrerschaft die Verantwortung für eine
verpflichtende Teilnahme der Kinder an einer Feier zur Nachtzeit im Freien
ablehne, „weil eine entsprechende Überwachung unmöglich ist“.
Schließlich nahm der Chronist auch noch zur allgemeinen politischen Lage Stellung und stellte fest, daß der Ausbau der „Vaterländischen Front“ fortgesetzt werde. „Da sie völlig parteifrei ist, haben in ihr alle Österreicher Platz, die sich zum selbständigen Österreich und zur neuen ständischen Verfassung bekennen. Es gibt aber noch immer Leute, die ein derartiges Bekenntnis durch Fernbleiben innerlich und äußerlich ablehnen“. (Der Großteil der erwähnten Leute war wahrscheinlich für ein selbständiges Österreich, nicht aber für die ständische autoritäre Verfassung unseres Staates.)
Im Schuljahr 1936/37 gab es wieder 5 Volksschul- und 7 Hauptschulkassen mit insgesamt 609 Kindern (davon in der Hauptschule 78 Knaben). Sieben der zwölf Klassen hatten 50 und mehr Schüler. An der allgemeinen Situation der Schule hatte sich nichts geändert, auch der schulärztliche Bericht stellt wieder fest, daß die Pflege der Kinder auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Lage und der hohen Arbeitslosigkeit mangelhaft und die Ernährung nicht besser geworden sei. Die Chronik spricht zwar von einer deutlichen Verbesserung der wirtschaftlichen Lage Österreichs, stellt aber auch fest, daß davon im Raum Krems noch nichts zu bemerken sei. Pessimistisch äußert er sich über die Anstellungsaussichten der jungen Lehrerinnen und Lehrer: „Heuer kam der Maturajahrgang 1931 an die Reihe.“
Mit dem Ende des Schuljahres 1936/37 enden vorerst auch die Aufzeichnungen in der Schulchronik. Da der 2. Band der Chronik, der die Jahre von 1923 bis 1951 umfaßt, unbeschädigt erscheint, kann man als sicher annehmen, daß ab Schulschluß 1937 keine Aufzeichnungen gemacht wurden. Die Chronik wurde in dieser Zeit nicht laufend geführt, die wesentlichsten Ereignisse des Schuljahres wurden erst gegen Schulschluß eingetragen. (Und zu diesem Zeitpunkt hatte sich die politische Situation grundlegend geändert, Österreich bestand nicht mehr) Am 10. Februar 1938 wurde ein Inspektionsvermerk des Bezirksschulinspektors Rabl angebracht, sonst aber existieren keine Aufzeichnungen über das Schuljahr 1937/38 und die folgende Zeit.
Religionsstunden waren ausschließlich in der letzten Stunde des Vormittagsunterrich-tes oder an unterrichtsfreien Nachmittagen anzusetzen.
Im Jahre 1939 mußte das Religionsbekenntnis der Lehrer dem BSR gemeldet werden, wobei auch anzugeben war, ob sie sich als „überzeugte“ oder als „Taufscheinkatholiken" betrachteten.
Am 1. September 1939 begann mit Hitlers Überfall auf Polen der 2. Weltkrieg. Schon bald zeigten sich die Auswirkungen auch auf die Schule. Rohstoffe wurden sehr bald knapp, die Kinder wurden zu allen möglichen Sammlungen herangezogen, und schon bald herrschte empfindlicher Mangel an Heizmaterial, sodaß Ende Jänner 1942 alle Schulen im „Reichsgau Niederdonau“ geschlossen werden mußten. Im Februar wurde angeordnet, daß die Kinder einmal pro Woche in die Schule zu kommen hatten, um dort Aufgaben entgegenzunehmen, die daheim zu erledigen waren. Lehrkräfte, die sonst keine Beschäftigung hatten, mußten sich zum Einsatz in Industriebetrieben bereithalten. Erst im März wurde in den meisten Schulen der Unterricht wieder aufgenommen. Dazu kam, daß bald in vielen Kremser Schulen Soldaten einquartiert waren und oft einen großen Teil der Räume belegten.
Mit Fortdauer des Krieges steigerten sich diese Schwierigkeiten, sodaß bald von einem geregelten Unterrichtsbetrieb nicht mehr gesprochen werden konnte. Dazu kam, daß immer mehr Lehrer eingezogen wurden; ihre Stelle übernahmen oft Pensionisten, die nun wieder zur Unterrichtserteilung herangezogen wurden. An unserer Schule waren dies Andrä Wilhelmine, Fink Franz, Bukovsky Emilie, Thenner Anna, Hörler Gertrude und Pichler Marianne, die bis 1945 unterrichteten.
Die ersten Eintragungen in unserer Schulchronik sind mit dem Schuljahr 1944/45 datiert, wurden aber erst nach dem Kriegsende verfaßt. Es wird berichtet, daß Direktor Ferdinand Höbarth im März 1938 pensioniert und verschiedene Lehrerinnen versetzt worden waren. Die Schulleitung übernahm Benedikt Lethmayer, früher Direktor an der Hauptschule Kirchberg. Die Chronik berichtet weiter: „Inzwischen sind 7 Jahre nat.-soz. Herrschaft, davon 6 Jahre Krieg, verflossen, der Krieg wurde verloren, Deutschland und alle unterjochten Staaten, darunter auch Österreich, sind von den Siegerstaaten besetzt, und wir müssen nach den Leiden des Krieges die Folgen der Teilnahme am Krieg tragen.“
Nun ging es wieder an den Aufbau des Schulbetriebes. Ferdinand Höbarth, der frühere Direktor der Schule, übernahm vorläufig die Geschäfte des Bezirksschulinspektors. Am 18. Juni 1945 wurde in den Schulen der Stadt Krems der Unterricht wieder aufgenommen, nachdem die Gebäude, die vorher als Lazarette gedient hatten, einigermaßen wieder hergestellt waren.
Schülerinnen von auswärts konnten nicht in die Schule kommen, Verkehrsmittel (Bahn, Autobus) existierten noch nicht, die Unsicherheit auf den Straßen war groß. So wurden alle Schüler mit Ende des Schuljahres positiv beurteilt, doch bestand die Mög-lichkeit, sie im nächsten Schuljahr wieder um eine Klasse zurückzuversetzen.
Am 1. Juli 1945 übernahm Franz Pernauer die Funktion des Bezirksschulinspektors, Ferdinand Höbarth wurde wieder Direktor der Mädchenhauptschule.
Das Schuljahr 1945/46 begann mit einiger Verspätung, da die Instandsetzungsarbeiten
nicht rechtzeitig abgeschlossen werden konnten. Im Lehrkörper ergaben
sich bedeutende Veränderungen. Eine Reihe von Lehrkräften, die
1938 aus politischen Gründen pensioniert oder versetzt worden waren,
kehrten wieder an die Schule zurück, andere wurden als ehemalige Mitglieder
der NSDAP ihres Postens enthoben und pensioniert (darunter der frühere
Schulleiter Lethmayer) oder versetzt. Einige Lehrkräfte (Pensionisten)
die während des Krieges an der Schule unterrichtet hatten, wurden
we-gen „Überzahl nicht mehr in Verwendung genommen“. Der Fremdsprachenunterricht
wurde wieder aufgenommen, doch wurde nun Englisch unterrichtet, nicht wie
vor dem Krieg Französisch.
Da die Knabenschule bald von den Russen beschlagnahmt wurde, mußten
auch die Buben in der Mädchenschule unterrichtet werden. Der Unterricht
wurde abwechselnd erteilt, Montag, Mittwoch und Freitag waren die Mädchen
an der Reihe, an den übrigen Tagen die Knaben.
In einem Kellerraum wurde die einjährige städtische Hauswirtschaftsschule untergebracht; auch die Schulküche mußte dafür zur Verfügung gestellt werden. Der Chronist beklagt sich darüber, daß diese Schule, die „meist von auswärtigen Schülerinnen - teilweise Bauerntöchtern besucht wird“ vom Schulreferat der Stadt Krems bei der Zuteilung von Lebensmitteln wesentlich besser behandelt wurde („sodaß sie sogar Feiern veranstalten konnten“) als die Kochgruppen der Volks- und Hauptschule, die von den armen Kindern der Stadt Krems besucht werden. Der Schulleiter führte auch Klage darüber, daß die Lehrer bei der Vergabe von Lebensmittelkarten schlechter behandelt würden als z.B. die Gemeindebediensteten.
Während der Ferien des Jahres 1946 wurde das Schulgebäude wieder in einen „sauberen, würdigen“ Zustand versetzt, doch war die allgemeine Lage nicht besser geworden. „Die Beschaffung von Kreide, Tinte, Tafeltüchern und Glühlampen stößt oft auf große Hindernisse“ stellte der Schulleiter fest. Im Keller waren zwei Klassen der Hauswirtschaftsschule untergebracht, der Zeichensaal wurde vom „Lehrer-Abiturientenjahrgang“ am Nachmittag als Unterrichtsraum benützt.
Im Jänner mußte die Schule wegen Brennstoffmangels geschlossen werden, nachher fand ein eingeschränkter Unterricht statt, der bis Ende März dauerte. Da der Ernährungs- und Gesundheitszustand der Kinder schlecht war, wurde aus Auslandsspenden Vitamintabletten und Lebertran an die Schülerinnen ausgegeben. An allen Schulen der Stadt wurden nun Schülerausspeisungen durchgeführt, bei denen die Kinder für einen Beitrag von 1,50 S pro Woche täglich eine warme Mahlzeit erhielten. 190 Schülerinnen der Volks- und Hauptschule nahmen im Schuljahr 1946/47 an dieser Aktion teil. Diese Aktion wurde auch im nächsten Jahr durchgeführt und von der UNICEF unterstützt. Erstmals seit vielen Jahren stellte der Schulleiter fest, daß der Gesundheitszustand der Kinder zufriedenstellend sei. Auch die Ernährungssituation begann sich allmählich etwas zu bessern.
Mit dem Schuljahr 1948/49 wurde der Russischunterricht eingeführt; obwohl die Teilnahme nicht verpflichtend war, meldeten sich alle Schülerinnen der 3. und 4. Klasse freiwillig (?) zu diesem Unterricht an.
Die Schülerausspeisungen wurden weitergeführt, ebenso der wöchentliche Besuch des städtischen Warmbades (immer zwei Klassen pro Woche).
In der Schule konnten nun oftmals Filme der österreichischen Kulturfilmstelle vorgeführt werden, außerdem wurde ein Radioapparat angekauft, um die Schulfunksendun-gen an der Schule empfangen zu können. Das Gerät kostete die ungeheure Summe von 2150 Schilling!
Die Zahl der Schülerinnen war weiterhin sehr hoch (1949/50 über 600), die in 17 Klassen unterrichtet wurden. Da aber nur 14 Räume zur Verfügung standen, mußte in den ersten drei Volksschulkassen Wechselunterricht eingeführt werden. Jede der drei Par-allelklassen hatte dreimal am Vormittag und dreimal am Nachmittag Unterricht. Die Stadtgemeinde stellte für den Ankauf von Armenbüchern einen Betrag von 3500 Schilling zur Verfügung, der dem Schulleiter im Vergleich zur hohen Schülerzahl als zu niedrig vorkam. Dennoch stellte er gegen Jahresende einigermaßen zuversichtlich fest: „Trotz reichlicher Schwierigkeiten macht der Aufbau in Österreich recht gute Fortschritte“.
Der Wechselunterricht mußte im Schuljahr 1950/51 sogar noch in verstärktem Ausmaß weitergeführt werden, da die Anzahl der Klassen bereits auf 19 angestiegen war. Ein neuer Radioapparat wurde angeschafft, der alte aus dem Jahre 1949 konnte immerhin noch um 1440 Schilling weiterverkauft werden. Das neue Gerät kostete mit vier Lautsprechern allerdings 6000 Schilling. So wie in den vergangenen Jahren gastierte wie-der die Österreichische Länderbühne in Krems und bot einige ausgezeichnete Aufführungen für die Schuljugend. Die Schule beteiligte sich schon seit Jahren an der Arbeit für das Jugendrotkreuz. Im März 1951 sammelten die Schülerinnen über 1750 Schilling für die Opfer eines schweren Lawinenunglücks in Heiligenblut.
Mit Beginn des Schuljahres 1951/52 mußten die ersten bis dritten Klassen der Volksschule in die alte Schule in der Althangasse verlegt werden, da in der Schule Hafner-platz einfach zu wenig Klassenräume vorhanden waren. Allerdings standen auch hier nur drei Räume für sechs Klassen zur Verfügung, sodaß weiterhin Wechselunterricht erteilt werden mußte. Volks- und Hauptschule zusammen hatten nun 705 Schülerinnen. Auch im nächsten Jahr blieb die Unterbringung von Volksschulklassen außerhalb des eigentlichen Schulgebäudes und der Wechselunterricht aufrecht. In der Haupt-schule wurden alle Klassen bei ungeteiltem Vormittagsunterricht nach dem Lehrplan des 1. Klassenzuges unterrichtet. Mit Ende des Jahres 1953 trat Schulrat Ferdinand Höbarth, der Leiter der Schule, in den dauernden Ruhestand. Wilhelmine Pockfuß übernahm mit 1. Jänner 1954 die Schulleitung.
Große Probleme brachte noch immer der Mangel an Heizmaterial. Die Schulleiterin stellte fest, daß in den ersten Monaten des Jahres 1954 manche Klassen so wenig geheizt wurden, daß Temperaturen von 6 - 8 Grad keine Seltenheit waren. Sechs Kinder nahmen an einem Schikurs in Annaberg teil; die drei vierten Klassen unternahmen als Abschluß ihrer Schulzeit einen drei- bzw. viertägigen Ausflug nach Salzburg und ins Salzkammergut.
Im Juli wurde Krems, vor allem Lerchenfeld, von einem schweren Hochwasser heim-gesucht. Die Schulchronik berichtet darüber ausführlich: „Schon Samstag nachm. (11. Juli) begannen die Einwohner von Lerchenfeld ihre Kleintiere in Sicherheit zu bringen. Am Sonntag gegen 9 Uhr stieg das Wasser binnen einer Viertelstunde so hoch, daß die ganze Siedlung unter Wasser stand. Die Schmitthütte und das ganze Fabriksgelände stand viele Tage unter Wasser, sodaß längere Zeit die Produktion lahmgelegt war. Die Kremser Chemie kam mit geringeren Schäden davon.
Die Feuerwehren der Umgebung, die Polizei und die Besatzungsmacht leisteten restlosen Einsatz bei der Evakuierung der Bewohner u. ihrer Habe. Ein Großteil der Einwohner wurde in den noch unvollendeten Pfarrhof gebracht, ein Teil kam in die benachbarte Weinbauschule. Manche blieben in den vom Wasser umspülten Häusern. Mit Zillen wurde der Verkehr aufrechterhalten. Die Lautsprecheranlage der Kirche vermittelte die Nachrichten. Verkaufshütten waren am Rand des Hochwassers aufgestellt, die die Einwohner mit dem nötigsten Bedarf versorgten.
Durch die Caritas und das Rote Kreuz erhielten die Bewohner 3x täglich warmes Es-sen. Der Pfarrer der Siedlung, Hw. Herr M. Schnabl, nahm sich mit besonderer Tatkraft der Notleidenden an. Unentwegt fuhr er mit den Feuerwehrmännern herum, versorgte die in den Wohnungen Gebliebenen mit Essen und Medikamenten u. umsorgte die im Pfarrhof Evakuierten. Nach einer Woche wurden die Kinder wegen Seuchengefahr für 3 Wochen und länger nach Wien und anderen Orten N. Öst. gebracht. Nach 5 Tagen ging das Wasser zurück, und die Leute begannen wieder die Wohnungen zu beziehen. Besonders arg mitgenommen waren die Wohnungen, die ebenerdig lagen. Fuß-böden mußten neu gerichtet werden, die Möbel waren unbrauchbar geworden, die Wände waren naß, überall spürte man den Wassergeruch; die Gärten boten einen trostlosen Anblick.
Während des Sommers trafen laufend Spenden an hochwertigen Nahrungsmitteln, Kleidern, Decken u.s.w. ein, die von der Caritas u. vom Roten Kreuz zur Verfügung gestellt wurden.
In der Stadt Krems selbst standen die Keller der Häuser in der Nähe des Dammes unter Wasser. Die Maschinenfabrik Nuß u. Vogl hatte durch die Rückstauung der Krems besonders zu leiden. Die Parkanlagen standen ebenfalls unter Wasser. Der Damm hielt zum Glück stand, doch war wegen des Grundwassers die Stromversor-gung in großer Gefahr.
Es dauerte lange, bis die Schäden dieser furchtbaren Hochwasserkatastrophe wieder gutgemacht werden konnten. Ein Todesopfer war nicht zu beklagen.“
Im September wurde Kindern aus Familien, die unter dem Hochwasser besonders schwer gelitten hatten, unter Aufsicht der Hauptschullehrerin Beatrix Schneider ein Erholungsurlaub in Holland ermöglicht.
Im Herbst 1954 mußte ein Klassenraum in der Althangasse an die
„Hilfsschule“ (Son-derschule) abgetreten werden, die in diesem Schuljahr
in zwei Klassen geführt wurde. In der Schule am Hafnerplatz wurden
in den Ferien verschiedene Renovierungsarbeiten durchgeführt, unter
anderem wurde ein nicht benötigtes Turnzimmer im Keller in einen Handarbeitsraum
umgewandelt.
Mit Jahresende trat die Schulleiterin Wilhelmine Pockfuß in den
Ruhestand, mit der Leitung wurde Hauptschulhauptlehrerin Ottilie Müller
betraut.
Am 14. Mai 1955 fand anläßlich der am nächsten Tag stattfindenden Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrages in jeder Klasse eine Feier statt, in der den Kindern die Bedeutung dieses Tages für Österreich nahegebracht wurde.
Die dreizehnjährige Schülerin Elfriede Dürauer hatte im September bei einer Explosion in Furth ihre zweijährige Nichte unter Einsatz ihres eigenen Lebens vor den Explosi-onssplittern gerettet und dabei selbst schwere Verletzungen erlitten. LSI Zirkler, BSI Pernauer und der Further Bürgermeister Prießner ehrten das Mädchen für diesen mu-tigen und selbstlosen Einsatz. Die gesamte Klasse wurde anläßlich der Ehrung ihrer Mitschülerin durch das Jugendrotkreuz nach Wien eingeladen.
Im September 1955 besuchte Bundeskanzler Raab Krems und wurde von Schulkindern empfangen. Bacik Reingard, eine Schülerin der 4a Klasse begrüßte den Kanzler mit einem Blumenstrauß. 90 Schülerinnen und der gesamte Lehrkörper der Schule beteiligten sich im November an einer Feier zum 150. Jahrestages der Schlacht von Loiben, die am Denkmal in Loiben stattfand. (Russische und österreichische Truppen unter dem Kommando des russischen Marschalls Kutusow und des österreichischen Generals Schmidt hatten am 11. 11. 1805 ein französisches Korps unter der Führung des Marschalls Mortier besiegt. General Schmidt war in diesem Kampf gefallen.)
Im Schuljahr 1956/57 wurde erstmals kein Russischunterricht mehr gehalten, der bis dahin von allen Schülerinnen der 3. und 4. Klassen besucht worden war.
Mit 31. März 1958 trat die Schulleiterin Ottilie Müller einen
längeren Krankenurlaub an, die Leitung übernahm HHL Albert Kaufmann.
Mit Beginn des Schuljahres 1958/59 wurde die Volksschule nur mehr in
7 Klassen geführt, da die Schülerzahl zurückgegangen war.
Wechselunterricht hatten nur mehr die dritten und vierten Klassen. An der
Hauptschule wurde so wie in den vergangenen Jahren ein einjähriger
Lehrkurs für Schulabgängerinnen geführt. Den Unterricht
hielten Lehrkräfte der Hauptschule. Außerdem wurde ein Sprachheilkurs
angegliedert, den insgesamt 29 Schülerinnen besuchten.
Der Wechselunterricht konnte im Schuljahr 1959/60 beendet werden, da nun für alle Klassen die entsprechenden Räume zur Verfügung standen. Der einjährige Lehrkurs kam nicht zustande, da sich zu wenig Interessenten gemeldet hatten. Die Hauptschule nahm am 26. Oktober gemeinsam mit allen Kremser Haupt- und Mittelschulen an einer großen Feier zum „Tag der österreichischen Fahne“ auf dem Pfarrplatz teil. (Anm. d. Verf.: Es war eine beeindruckende Veranstaltung, an der ich als Schüler der Knabenhauptschule teilgenommen habe und an die ich mich auch heute noch sehr gut erinnern kann.)
Im neuen Schuljahr mußte der Wechselunterricht wieder aufgenommen werden, die beiden ersten Klassen der Volksschule wurden nach der neu eingeführten „Ganzheitsmethode“ unterrichtet.
Die „Hilfsschule“ in der Althangasse wurde 1961 laut Erlaß des
LSR in Sonderschule umbenannt; 6 Mädchen aus dem Einzugsbereich der
Schule Hafnerplatz nahmen dort am Unterricht teil. So wie in den letzten
Jahren beteiligte sich der Chor der Haupt-schule unter der Leitung von
HHL Ambros wieder am Jugendsingen und erbrachte ausgezeichnete Leistungen.
Mit 1. Jänner 1963 trat der Direktor Schulrat Kaufmann in den Krankenstand; mit der Leitung der Schule wurde HHL Cäcilie Ambros betraut. Im Oktober wurde SR Kauf-mann der Titel Oberschulrat verliehen.
In der Schule am Hafnerplatz waren nun die 11 Hauptschulklassen untergebracht,
außerdem noch die 4. und 5. Klassen der Volksschule. Mit Februar
1964 wurde auf Grund der neuen gesetzlichen Regelungen der Leiter einer
Schule mit mehr als 8 Klassen von der regelmäßigen Unterrichtserteilung
befreit, die Stunden, die er bisher gehalten hatte, mußten auf die
übrigen Lehrkräfte aufgeteilt werden. Die Einstellung zusätzlicher
Lehrer war wegen des damals herrschenden drückenden Lehrermangels
nicht möglich.
In den Ferien waren verschiedene Renovierungsarbeiten in der Schule,
vor allem in der Direktionskanzlei und im Konferenzzimmer vorgenommen worden,
doch sah man von größeren Umbauten ab, da eine Verlegung der
Kanzlei ins Erdgeschoß für die nächste Zeit geplant war.
Mit 1. September 1964 trat Schulrat Heinrich Hofmann in den Ruhestand und übergab die Leitung der Schule an SR Hilde Resch. Die Hauptschule hatte wieder 11 Klassen, die vier ersten Klassen wurden nun zweizügig geführt, und zwar jeweils zwei Klassen im 1. und 2. Klassenzug. Außer den 11 Klassen der Hauptschule waren noch 4 Klassen der Volksschule und 1 Sonderschulklasse im Schulgebäude untergebracht, zwei davon im Kellergeschoß.
Im Mai 1965 nahm der Auswahlchor der Schule unter der Leitung von HOL Schram-mel erstmals am Landesjugendsingen in Wien teil und hatte einen recht guten Erfolg zu verzeichnen.
In den Ferien wurde eine Reihe von Ausbesserungsarbeiten am Schulgebäude vorgenommen, das Dach wurde saniert und das gesamte Stiegenhaus neu ausgemalt und mit einem Ölsockel versehen.
Am 22. September starb Brigitte Riegler, Schülerin der 2. Klasse, im Krankenhaus Krems an den Folgen eines Verkehrsunfalles. Schülerinnen und Lehrkräfte der Schule nahmen am 29. September am Begräbnis teil.
Der 26. Oktober, der bisherige „Tag der österreichischen Fahne“ wurde erstmals als Nationalfeiertag mit einer Schulfeier festlich begangen. Vom 31. Jänner bis 7. Februar 1966 wurde zum ersten Mal nach dem Krieg wieder ein Schulschikurs abgehalten. 29 Schülerinnen der 3. Klassen beteiligten sich unter der Leitung von HOL Flechsig an dem Kurs in Mariazell. Im Mai erhielt die Schule im Rahmen des Schulmilchwettbewerbs des Landes wegen der hohen Beteiligung an der Schulmilchaktion einen Geldbetrag von 500 Schilling überreicht.
Mit 1. September 1966 trat Schulrat Resch in den Ruhestand und wurde am 29. September offiziell verabschiedet; mit der Leitung der Schule wurde HHL Henriette Füxsel betraut. Die Schule hatte nun 13 Klassen und wurde von 406 Schülerinnen besucht.
Im Oktober schickten die Schülerinnen im Rahmen des Jugendrotkreuzes eine Sendungen Weintrauben an die Volksschule Oberdrauburg in Kärnten. Die Kärntner Kinder schickten ein Dankschreiben für diese Aktion.
Im November fanden an der Schule erstmals Lehrproben im Rahmen der Hauptschul-prüfungen statt. Die Schulleiterin äußerte sich nicht sehr begeistert darüber, da da-durch sehr viel Unruhe in den Unterrichtsbetrieb kam, stellte andererseits aber auch fest, daß diese Lehrproben für die Schülerinnen sehr interessant seien.
Vom Magistrat erhielt die Schule 6500 Schilling zum Ankauf von Schulbüchern, die an bedürftige Kinder ausgegeben wurden. Noch immer betrug die Zahl jener Mädchen, deren Eltern die Kosten für die Unterrichtsmaterialien nicht selbst tragen konnten, fast 10% der Gesamtschülerzahl.
Im April erhielt die Schule 60 neue Schülertische und 120 Sessel. Die Leiterin stellt fest: „Die Rechnung dürfte sehr hoch sein. Leider hat der ständige Kampf gegen die Schlamperei nicht unbedingt Erfolg. Verwundert fragt man sich - werden die Kinder daheim überhaupt nicht zur Ordnung erzogen?“ (Es dürfte also auch damals schon mancher Einrichtungsgegenstand unnötigerweise beschädigt worden sein.)
Mit Beginn des Schuljahres 1967/68 wurde die Schule fünfzehnklassig, und so mußten auch die Kellerräume als Klassenzimmer verwendet werden, obwohl sie (auch nach damaligen Maßstäben) dafür nicht besonders geeignet erschienen.
In den Weihnachtsferien wurde ein Teil des ehem. Zeichensaales im 2. Stock abge-trennt und daraus ein Lehrmittelzimmer für Geographie und Geschichte geschaffen, die früheren Lehrmittelzimmer im 1. Stock wurden wieder in Klassenräume umgewandelt. Im Raum der ehemaligen Bezirkslehrerbücherei, die in den Keller verlegt wurde, wurde ein Lehrmittelzimmer für Naturgeschichte eingerichtet.
Am 30. Mai erlitt Monika Mayer, Schülerin der 4a, einen schrecklichen Unfall. Sie wurde auf dem Heimweg mit ihrem Fahrrad von einem LKW erfaßt, mitgeschleift und so schwer verletzt, daß ihr ein Unterschenkel amputiert werden mußte.
Die Zahl der Klassen stieg im Schuljahr 1968/69 auf 16 an, sodaß
wieder der Keller als Klassenraum benützt werden mußte.
Zu Beginn des Jahres 1970 wurde HHL Wilhelmine Zeh der Titel „Schulrat“
verliehen. BSI Pernauer überreichte das Dekret in einer Schulfeier.
Mit Beginn des Schuljahres 1971/72 wurde die Schule siebzehnklassig; die 6. Schul-stufe hatte 5 Parallelklassen. Zwei Klassen mußten deshalb im heutigen BORG in der Heinemannstraße (damals Musisch - Pädagogisches Bundesrealgymnasium) unter-gebracht werden. Für drei Klassen wurde der Turnunterricht im Institut der Englischen Fräulein gehalten. Zwei Lehrerinnen der Schule, nämlich SR Wilhelmine Zeh und HHL Gertrud Ulrich, wurden mit 1. September 1971 pensioniert.
Im Jänner 1972 wurde Bezirksschulinspektor Regierungsrat Pernauer, der in den dau-ernden Ruhestand trat, von den Lehrern der beiden Bezirke Krems-Land und Krems-Stadt feierlich verabschiedet. Zum Nachfolger wurde Prof. Erich Macho bestellt.
Im Schuljahr 1972/73 hatte die Schule sogar 18 Klassen, es gab insgesamt
sechs dritte Klassen, je drei im ersten und im zweiten Klassenzug. Für
den Winter waren zwei Schikurse vorgesehen, allerdings stellte die Leiterin
fest, daß es trotz der Hilfe des Elternvereins schwer sein werde,
das notwendige Geld aufzutreiben. Der Kurs der 4. Klassen fand im Februar
unter der Leitung von HL Elise Heppenheimer in Flachau statt. 57 Mädchen
nahmen daran teil, 69 Schülerinnen der 3. Klassen fuhren im März
nach Annaberg.
Lehrkörper der Schule
Am 23. und 24. Mai 1973 war unterrichtsfrei, da die Lehrer zur Durchsetzung von Gehaltsforderungen streikten (Sicher sehr zur Freude der Schülerinnen!) Mit Ende des Schuljahres trat die Leiterin SR Henriette Füxsel in den Ruhestand. Von einer Verabschiedung wurde auf ihren ausdrücklichen Wunsch abgesehen.
Mit 1. September 1973 übernahm SR Walter Aschenbrenner von der HS Stein die Leitung der Schule. So wie im vorletzten Schuljahr gab es 17 Klassen; zwei davon wurden in den Räumen der Volkshochschule an der Ringstraße untergebracht. HHL Maria Winter trat mit 1. September einen Krankenstand an und schied aus dem Lehrkörper aus. Der Auswahlchor nahm wieder mit großem Erfolg am Bezirksjugendsingen teil, das in der Dominikanerkirche stattfand.
Im Sommer 1974 wurde begonnen, die Fassade des Gebäudes zu renovieren, doch wurden die Arbeiten nicht zeitgerecht fertig, sodaß die letzten Klassen erst im November bezogen werden konnten. Für die ersten Schulwochen mußte daher ein Ausweichquartier bezogen werden, und so wurden einige Klassen im ehemaligen Postge-bäude untergebracht. Während der Zeit der Auswechslung der Fensterstöcke mußte die jeweils betroffene Klasse für die Zeit der Arbeiten in den Keller übersiedeln. Im September 1975 waren dann die Arbeiten endgültig abgeschlossen. Anschließend wurde ein überdachter Fahrradabstellplatz geschaffen und der Schulhof asphaltiert. Dabei wurde der alte Brunnen zugeschüttet.
Am 28. Februar wurde SR Aschenbrenner offiziell verabschiedet und trat mit 1. März 1976 in den dauernden Ruhestand, HHL Franz Köberl wurde mit der Leitung der Schule betraut.
Am 26. Juni 1976 feierte die Volksschule Hafnerplatz das Fest ihres hundertjährigen Bestandes. Aus diesem Anlaß wurde im Schulhof eine Feier statt, an der neben zahlreichen anderen Ehrengästen der Kremser Bürgermeister Wittig, der Stadtpfarrer Dechant Edelhauser und der BSI Erich Macho teilnahmen. (1873 wurde mit dem Bau der Knabenvolksschule auf dem Hafnerplatz begonnen, der 1875 eröffnet wurde. In diesem Trakt war bis 1967 die Knabenhauptschule untergebracht, die dann in den Neubau am Mitterweg verlegt wurde. In das Haus am Hafnerplatz zogen die Volks-schule und der Polytechnische Lehrgang ein. Das Gebäude der heutigen Hauptschule wurde erst 1896 fertiggestellt.)
Da die Zahl der Klassen im Schuljahr 1976/77 auf 16 sank, konnten nun alle Klassen im Gebäude am Hafnerplatz untergebracht werden. Einige Lehrkräfte der Schule waren als Besuchsschullehrerinnen der Pädagogischen Akademie tätig. Zum Semesterschluß wurde HHL Schrammel Elfriede verabschiedet, die seit 1946 an der Schule tätig war und nun in den Ruhestand trat.
Die Schule hatte seit dem Vorjahr Kontakte mit einer Mittelschule in der japanischen Stadt Okasaki. Vor Weihnachten fand in dieser Schule eine Ausstellung von Zeichnungen unserer Schülerinnen in Okasaki statt, außerdem wurden die Arbeiten im Februar 1977 im städtischen Kunstmuseum ausgestellt.
Die Schule beteiligte sich an einem vom Land veranstalteten Aufsatzwettbewerb
„Wenn ich Landeshauptmann wäre“. Sieben Schülerinnen erhielten
Anerkennungspreise und wurden von Landeshauptmann Maurer im nö. Landhaus
empfangen.
Mit Beginn des Jahres 1977 übernahm Leopold Burger die Funktion
des Bezirksschu-linspektors, da Prof. Macho zum Landesschulinspektor ernannt
worden war.
In den Ferien 1977 wurde weitere Sanierungsarbeiten im Kellergeschoß vorgenom-men (neue Türen, Erneuerung der Elektroinstallationen, neuer Boden), auch die Kellerklasse und die im Kellergeschoß untergebrachte Küche wurden renoviert. So wie in den letzten Jahren fanden wieder Schikurse der 2. und 3. Klassen statt und wurden ein voller Erfolg. Bei den Kremser Sporttagen erreichten zwei Staffeln der Schule den 1. und 2. Platz.
Die Arbeiten im Kellergeschoß, dem „Sorgenkind“ der Schule wurden
auch in den Sommermonaten 1978 fortgesetzt, denn die Räume mußten
weiterhin benützt werden, da die Schule 16 Klassen hatte.
Mit 8. Jänner 1979 übernahm Prof. Egon Weinberger die Funktion
des Bezirksschulinspektors in beiden Bezirken, HHL Flechsig wurde im Juni
der Titel Schulrat verliehen (Mit Ende des Schuljahres trat sie in den
Ruhestand.)
Im Juni nahm die Schule am Leichtathletik-Dreikampf der Hauptschulen teil und schnitt ausgezeichnet ab: Die Gruppen C und D belegten jeweils den ersten Platz, die Gruppe B den zweiten.
Im September 1979 besuchten 17 ehemalige Schülerinnen, die 1933
aus der Hauptschule ausgetreten waren, wieder ihre alte Schule. Am 28.
Juni wurde HL Christine Bröderbauer verabschiedet, die mit 1. September
freiwillig aus dem Schuldienst ausschied.
Die Schule hatte auch im Schuljahr 1979/80 weiterhin 16 Klassen; so
wie in den ver-gangenen Jahren mußte daher die Kellerklasse wieder
benützt werden, was trotz aller Renovierungsarbeiten als Notlösung
empfunden wurde. Zahlreiche Lehrkräfte der Schule unterrichteten auch
weiterhin zusätzlich an anderen Schulen, da der drückende Lehrermangel,
der in den sechziger und Anfang der siebziger Jahre geherrscht hatte, noch
immer nicht behoben war.
Am 8. November veranstalteten die Lehrkräfte der Schule unter Mitwirkung
der Schülerinnen eine Schulfeier anläßlich des 60. Geburtstages
des Schulleiters HD Köberl, an der auch LSI Macho, BSI Weinberger,
der Kremser Vizebürgermeister Grabner und die Direktoren der Kremser
Schulen teilnahmen.
Der Elternverein der Schule feierte in diesem Jahr seinen 25. Gründungstag.
Im Jänner 1980 besuchten zwei Vertreter der Iwazu Mittelschule in Okasaki die Mädchenhauptschule. Der Kontakt war über die „Österreichisch-Japanische Gesellschaft“ hergestellt worden.
So wie in den letzten Jahren fanden auch wieder zwei Schikurse statt. Die Mädchen beteiligten sich auch an der Bezirks-Schimeisterschaft und holten einen 2. und einen 3. Platz.
Die Schule beteiligte sich an einem Zeichen- und Malwettbewerb im Rahmen der Kremser Kulturwochen und erbrachten sehr gute Leistungen. Der 1. Preis ging an Edith Steininger aus der 3c, 19 weitere Mädchen erhielten Anerkennungspreise.
In den Sommerferien wurde wieder eine Reihe von Ausbesserungsarbeiten am Schul-gebäude vorgenommen.
Die Schimeisterschaften auf dem Jauerling fanden im Jänner 1981 zum dritten Mal statt, und wieder gab es für die Schule sehr gute Ergebnisse. Sabine Steinwitz (4b) belegte den 1. Platz in ihrer Klasse und wurde Bezirksmeisterin, den ersten Platz gab es auch in der Mannschaftswertung. Auch bei den Leichtathletikmeisterschaften gab es wieder zwei erste Plätze und einen dritten Rang.
Ein tragischer Unfall überschattete die Vorweihnachtszeit im Jahre 1981. Sonja Gschwandtner aus Brunn i. Felde, eine Schülerin der 1d Klasse, stürzte während der Fahrt zur Schule aus dem fahrenden Zug und erlitt tödliche Verletzungen. Das Begräbnis fand unter Teilnahme einer großen Abordnung der Schule am 21. Dezember statt.
Im Jänner 1982 wurde Katharina Redl als erster Religionslehrerin der Diözese St. Pölten der Titel „Schulrat“ verliehen. Die Verleihung wurde am 28. 1. in der Schule gefeiert.
Die Teilnahme an den Leichtathletikmeisterschaften des Bezirkes brachte wieder schöne Erfolge: 1. Platz in den Gruppen C und D, 2. Platz in der Gruppe B.
Im November 1982 trat HHL Johanna Precechtel in den zeitlichen Ruhestand und wurde im Rahmen einer Schulfeier in Anwesenheit des BSI Weinberger und Vertreter des Elternvereins verabschiedet.
Bei der Jahreshauptversammlung des Elternvereins wurde über Veränderungen ge-sprochen, die die Schule bald treffen würden. In erster Linie war dies die Koedukation, der gemeinsam Unterricht für Knaben und Mädchen. Obwohl dies gesetzlich schon längst gefordert war, war es bisher an der Schule am Hafnerplatz an den räumlichen Gegebenheiten und den hohen Umbaukosten gescheitert. Nun aber war endgültig für die Umstellung Vorsorge zu treffen. Erstmals wurde im Rahmen des Elternsprechtages, der im Anschluß an die Jahreshauptversammlung stattfand, ein „Schikurscafe“ abgehalten, das von AL Klicnik und HL Scheuch organisiert wurde. Der Erlös diente (so wie heute) der finanziellen Unterstützung der Schikurse.
Mit 1. 1. 1983 trat OSR Köberl Franz in den Krankenstand und mit 4. Juli in den dauernden Ruhestand. Die Leitung der Schule übernahm SR Karl Sacha.
Im April wurde der AHL Elisabeth Berndl der Titel „Schulrat“ verliehen. Bezirksschulin-spektor, Lehrkörper, Elternvertreter und Schüler überbrachten in einer Schulfeier ihre Glückwünsche zu dieser Auszeichnung.
Mit Beginn des Schuljahres 1983/84 wurde aus der alten Mädchenhauptschule eine Hauptschule für Knaben und Mädchen. Die wichtigsten Umbauten wurden noch wäh-rend der Ferien durchgeführt, ein Werkraum für Knaben und ein Physiksaal waren die nächsten Bauvorhaben. Außerdem wurde mit der ehemaligen Schulwartwohnung ein zusätzlicher Klassenraum gewonnen. Die Schule hatte nun 15 Klassen.
Gleichzeitig wurde als Schulversuch die „Neue Hauptschule“ mit drei
Leistungsgrup-pen in Deutsch, Englisch, Mathematik eingeführt, die
erst im nächsten Schuljahr zur Regelschule werden sollte. Auch dafür
waren räumliche Voraussetzungen zu schaffen.
Im Schuljahr 1984/85 verringerte sich die Klassenzahl neuerlich, und
zwar auf 14. In den Ferien waren die Umbauarbeiten für die koedukative
Führung fortgesetzt worden, und es entstanden zwei neue Werkräume
(Kosten S 600 000.-). Im Oktober wurden die Eltern in einem gut besuchten
Elternabend mit den Veränderungen vertraut ge-macht, die die „Neue
Hauptschule“ für ihre Kinder bringen sollte.
Mit Ende des Schuljahres traten HHL Beatrix Worbis und SR Katharina Redl, die beide seit Jahrzehnten an der Schule tätig gewesen waren, in den dauernden Ruhestand.
Die Schwimmeisterschaften des Bezirkes brachten wieder schöne Erfolge:
zwei erste Plätze, ein zweiter Platz.
Im Schuljahr 1985/86 ging wieder eine Klasse verloren, sodaß
es nur mehr 13 waren. Der Leiter führt dies auf das allgemeine Sinken
der Schülerzahlen zurück und stellt fest: „Es wird sicher bald
Jahre geben, wo nur mit 2 Klassen begonnen wird“. (Außerdem wirkte
sich die Sprengeländerung negativ aus, da Senftenberg der HS Stein
zugeteilt worden war. Der Zuweisung einiger Straßenzüge in Krems
stellte keinen gleichwertigen Ersatz dar.)
Am 5. November wurde der neue Physiksaal vom Obmann der Schulgemeinde GR Johann Strohmaier und dem BSI Reg. Rat. Weinberger übergeben. Gleichzeitig erhielt auch die Polytechnische Schule einen neuen Physiksaal (Kosten 1 Mill. Schilling).
Ein großer Erfolg wurde ein Kurs für Hauskrankenpflege, der im Mai an der Schule abgehalten wurde. 33 Schülerinnen nahmen daran teil und lernten dabei die Grundzüge der häuslichen Pflege. Organisiert wurde der Kurs von HL Helmut Pötschner, dem Bezirksstellenleiter des Jugendrotkreuzes, und dem Arzt Dr. Christian Steindl.
Am 6. Mai 1986 visitierte Bischof Dr. Franz Zak die Schule. Er zeigte sich sehr zufrieden und spendete den Religionslehrern großes Lob.
Seit einigen Jahren nahmen die Schüler der 5. Schulstufe unter der Leitung von HOL Straßhofer an den Radfahrwettbewerben teil. In diesem Jahr gelang es, bis in den Landeswettbewerb vorzudringen. Bernd Kuntner belegte dabei einen ausgezeichneten 2. Platz.
Erstmals wurde im Schuljahr 1986/87 auf Grund der 4. Schulunterrichtsgesetznovelle die Schulpartnerschaft zwischen Eltern und Schule gesetzlich geregelt und es wurden Schul- und Klassenforen gewählt. Allerdings war, wie der Leiter bedauernd feststellte, das Interesse der Eltern eher gering.
Die Leistungsgruppen waren nun in allen vier Schulstufen verwirklicht, die Klassenzahl sank aber weiterhin. Im laufenden Schuljahr waren es nur mehr 11. Als Ursachen für diese Entwicklung bezeichnete der Leiter die geringe Schülerzahl in den Volksschulen und den immer stärkeren Zustrom in die Unterstufe der AHS.
Mit Schulbeginn wurde Hauswirtschaft auch für Knaben als Pflichtfach
eingeführt, und es zeigte sich, daß dieser Gegenstand gut ankam.
„Fast 95% aller Knaben haben die-sen Gegenstand sehr gern“, stellte der
Schulleiter in der Chronik fest.
Im November wurde für die Schüler der 4. Klassen ein Informationsnachmittag
abgehalten, in dem alle weiterführenden Schulen im Raum Krems vorgestellt
wurden, um den Kindern einen Überblick über die Möglichkeiten
zu geben, die sich nach der 4. Hauptschulklasse bieten.
Im Jänner 1987 beging ein Schüler der 4. Klasse Selbstmord durch einen Sprung vom Balkon des siebenten Stockwerkes seines Wohnhauses. Die Ursachen dieser Verzweiflungstat blieben ungeklärt, waren aber nicht in schulischen Problemen zu suchen, da der Bub mindestens durchschnittliche Leistungen erbrachte.
Neben den schon traditionellen Schikursen wurde erstmals eine Sommersportwoche unter der Leitung von HL Anton Schrott in Aigen im Ennstal durchgeführt.
In den Ferien wurde eine neue Heizung installiert, da die alte Dampfheizung,
die noch aus der Zeit der Errichtung der Schule stammte, nicht mehr funktionierte.
Die Kosten für die Errichtung einer neuen Anlage beliefen sich auf
über 1 Million Schilling. Der Leiter dankte ausdrücklich GR Strohmaier
für seinen Einsatz für dieses Projekt. Die Schule verlor wieder
eine Klasse und war nun zehnklassig.
Im Dezember veranstalteten Schüler, Eltern und Lehrer gemeinsam
eine Spielzeug-Spendenaktion für das Sonderkrankenhaus für Kinder
und Jugendliche auf der Stolzalpe in der Steiermark. Die Spielsachen wurden
zur Freude der Patienten noch vor Weihnachten übergeben.
Ein trauriges Ereignis überschattete den Beginn des Jahres 1988. HL Heidrun Bradac starb im 47. Lebensjahr an einem Krebsleiden. Sie hatte auf Anraten des Leiters mit Schulbeginn einen Erholungsurlaub angetreten und wollte spätestens nach Weih-nachten wieder den Dienst antreten. Es kam aber anders ...
Die Schule beteiligte sich wieder am Bewerb „Meister auf zwei Rädern“ und errang den Bezirksmeistertitel, mit dem auch die Qualifikation für den Landeswettbewerb verbunden war.
Im Juni 1988 wurde mit dem Errichtung eines EDV-Raumes begonnen. Die Arbeiten konnten in den Ferien abgeschlossen werden. Für das Jahr 1989 wurde der Bau einer neuen Küche zugesagt.
Mit Beginn des Schuljahres 1988/89 schieden zwei Lehrerinnen aus dem Schuldienst: HHL Martha Bruckmüller und VOL Anneliese Engelhart.
Mit Ende des Jahres 1988 ging HD Sacha in Pension, und HOL Elfriede Straßhofer übernahm die Leitung der Schule. Am 28. Juni 1989 wurde HD Sacha, der mittlerweile Oberschulrat geworden war, in feierlicher Form verabschiedet.
Der Höhepunkt des Schuljahres war der Schüleraustausch mit der Vittenborgskolen in Ribe (Dänemark). Die Schüler der 4c Klasse unter der Leitung von HOL Johann Strohmaier und HL Elisabeth Sohm besuchten in der Zeit vom 22. April bis 1. Mai 1989 die Kremser Partnerstadt und verlebten dort unvergeßliche Tage.
In der letzten Schulwoche wurde ein Projekt „Gesunde Ernährung - gesunde Zähne“ gestartet, an dem alle Lehrer und Schüler mitwirkten. Eine Woche lang stand die Schule ganz im Zeichen der Gesundheit.
In den Ferien wurde das Lehrerzimmer neu eingerichtet. An der Schule unterrichteten 30 Lehrer (davon 6 männlich) 230 Schüler in 9 Klassen.
Im September 1989 besuchte eine Delegation aus Schweden die Schule, im Novem-ber kamen Lehrer aus Polen, um sich über das Schulwesen in Österreich zu informieren.
Am 30. Oktober wurde die neue Küche im Erdgeschoß eröffnet, das alte „Kellerlokal“ hatte glücklicherweise ausgedient. Anna Mahrer wurde an diesem Tag der Titel „Schulrat“ verliehen.
Im Mai 1990 überreichte eine Delegation der Kremser Schulen dem Tierheim eine Spende von S 40 000,- Die Hauptschule Hafnerplatz hatte davon allein S 27 000,- aufgebracht.
Anfang Juni wurde im Schulhof ein großes Schulfest veranstaltet, an dem die Lehrer und Schüler eifrig mitarbeiteten. Die Besucher waren von dem Gebotenen begeistert.
Im Schuljahr 1990/91 stieg die Schülerzahl erstmals seit langer Zeit wieder an, und es gab 10 Klassen.
Vom 12. bis 16. September 1990 statteten Schüler aus Ribe der Hauptschule einen Gegenbesuch ab. Die 21 Kinder wurden bei 19 Familien untergebracht.
HL Eva Roßkopf reiste im Rahmen einer Gastlehrtätigkeit österreichischer Lehrer nach Schweden, um dort Fortbildungsveranstaltung abzuhalten und Kontakte mit Lehrern und Schülern herzustellen.
Im Mai 1991 besuchten wieder 20 Schüler der 4. Klassen unter der
Leitung von HL Indra Margit die Vittenberg-Schule in Ribe.
Bei der Bezirksmeisterschaft im Radfahren erreichte die Mannschaft
der HS Hafnerplatz wieder den 1. Platz und nahm an der Landesmeisterschaft
in Wagram teil.
Den Abschluß des Schuljahres bildete wieder eine Projektwoche und ein Sommerfest, das zu einem großen Erfolg wurde.
Von Februar bis Mai 1992 war HOL Eischer Edeltraud als Gastlehrerin in Schweden tätig. Vom 30. April bis 3. Mai zog es die Lehrerinnen und Lehrer der Schule in den Süden. Ziel der Reise war Florenz, die Hauptstadt der Toskana.
Im April 1993 wurde eine Projektwoche und das schon traditionelle Frühlingsfest ab-gehalten. Themen waren u. a. „Schule einst und jetzt“. Besonderen Anklang fand der Probeeinsatz der Feuerwehr Krems im Schulhof.
Im Dezember 1993 wurde BSI Regierungsrat Egon Weinberger verabschiedet;
zum Nachfolger wurde OSR Engelbert Müller bestellt.
Zwei vierte Klassen beteiligten sich unter der Leitung von HOL Waltraud
Sacher am Jugendförderungspreis 1993 und wurden mit einem Anerkennungspreis
belohnt.
Beim Fahrradturnier „Wer ist Meister auf zwei Rädern?“ gewann sowohl die Mädchen als auch die Buben die Bezirksmeisterschaft. Bei der Landesmeisterschaft erreichte das Mädchenteam einen ausgezeichneten 3. Platz.
Einen großartigen sportlichen Erfolg errang die Doris Lehr aus Rehberg (Schülerin der 2a-Klasse). Sie gewann in der Schülerklasse die Landesmeisterschaft im Crosslauf. Lehrer und Schüler gratulierten zu dieser großen Leistung.
Im Schuljahr 1994/95 startete die Hauptschule ein neues Schulmodell mit der Bezeichnung „Interessens - und berufsorientierte Hauptschule“ (IBHS). Die Leistungsgruppen sollten schrittweise abgeschafft werden, an ihrer Stelle sollte in Deutsch, Mathematik und Englisch der Unterricht in einem Teil der Stunden in zwei Gruppen pro Klasse erfolgen, um so der Leistungsfähigkeit der Schüler besser gerecht werden zu können. Außerdem wurde in jeder Klasse der Unterrichtsgegenstand „Berufsorientierung und Berufsinformation“ eingeführt, um so den Schülern eine bessere Vorberei-tung für ihre Berufswahl zu bieten.
Nach Perchtoldsdorf, wo dieses Modell schon seit mehreren Jahren erfolgreich durchgeführt worden war, war unsere Schule die zweite in Österreich, die diese Form wählte. Das Ziel dieses neuen Modells war (und ist), die Schüler sowohl für den Übertritt in weiterführende Schulen als auch für den Einstieg ins Berufsleben vorzubereiten. Die-sem zweiten Ziel diente eine enge Zusammenarbeit mit dem Berufsinformationszentrum, die am 18. Juni 1994 durch den Abschluß einer Partnerschaft zwischen dem Be-rufsinformationszentrum und der Hauptschule Hafnerplatz ihren sichtbaren Ausdruck fand.
Im Kloster Und fand um 10 Uhr der offizielle Festakt mit der Übergabe der Paten-schaftsurkunde statt, anschließend wurde im Hof der Schule eine Berufefestival veranstaltet, bei dem zahlreiche Berufe vorgestellt wurden. Besonderen Anklang fand die „Große Lehrberufswette“. Im (nicht ganz ernst gemeinten) Wettstreit zwischen Fach-kräften aus der Wirtschaft und „Hobbykräften“ (Lehrer, Schüler, Mitarbeiter des BIZ) ging es darum, berufliche Tätigkeiten möglichst schnell und genau auszuführen. Eine großzügige Jury ermöglichte übrigens einen klaren Sieg der „Amateure“.
Immer wieder hatten Schülerinnen und Schüler unserer Schule durch sportliche Lei-stungen aufhorchen lassen. Bei den Landesmeisterschaften im „Crosslauf“ errang Doris Lehr, Schülerin der 2b, einen großartigen Erfolg. Sie gewann die Schülerklasse und wurde niederösterreichische Meisterin. Ein beachtlicher Erfolg gelang auch wieder den Radfahrern. Im Bewerb „Wer ist Meister auf zwei Rädern?“ errangen Buben und Mädchen den Bezirksmeistertitel; bei der Landesmeisterschaft in Langenlois erreichten die Mädchen den fünften Platz.
Im Mai 1995 nahm unsere Schule an den Feiern anläßlich der Tausendjahrfeier der Stadt Krems teil.
Im gleichen Monat verließ HD Straßhofer die Schule, da sie die Funktion der Bezirksschulinspektorin in Zwettl übernahm. Mit der Leitung der Schule wurde mit Wirkung vom 18. 5. HOL Helmut Pötschner betraut. Im Juni wurde HOL Rosenkranz Erika verabschiedet, die in den Ruhestand trat.
Das Schuljahr 1995/96 brachte große Veränderungen mit sich. Die Leiterstelle wurde ausgeschrieben, und im März 1996 wurde HOL Franz Hölzl von der HS Stein zum Direktor der Schule ernannt. HOL Seiler Annemarie, HOL Eischer Edeltraud und HOL Plomer Annemarie waren mit September 1995 in den Ruhestand getreten, und mit Ende des Schuljahres wurden auch HOL Dorrer Mathilde und HOL Pötschner Helmut pensioniert.
HD Hölzl wurde im Juni 1996 zum neuen Bürgermeister von Krems gewählt.